Beige Albatros

M

Citroën ID 20 Familiale

  • Baujahr: 1972
  • 4 Zylinder
  • 1.985 ccm
  • 95 PS
  • 160 km/h

41.500 



    1958 stellte Citroën die Kombis der D-Modelle vor. Es gab die Versionen Break, Commercial, Familiale und Ambulance. Die meisten Kombimodelle wurden als Break mit zwei normalen Sitzreihen und zwei zusätzlichen Klappsitzen, die man quer zur Fahrtrichtung aus dem Laderaum heraus klappen konnte, verkauft. Dem Commercial fehlen diese ausklappbaren Sitze, denn hier handelt es sich um ein Fahrzeug, was für gewerbliche Zwecke bestimmt war. Die Familiale waren eine Art Großraumlimousine in Kombigestalt. Die Rücksitzbank wurde weit nach hinten gerückt und man schaffte dadurch Platz für drei Klappsitze in Fahrtrichtung, quasi als mittlere Sitzreihe. Wenn die mittleren Sitze weggeklappt sind, ergibt sich ein gigantischer Freiraum vor den Fondpassagieren und man kann die Klappsitze auch als kleine Ablagetische verwenden, solange man deren Rückenlehnen nicht aufklappt. Obwohl technisch mit allen Raffinessen einer DS ausgestattet trugen die Kombiversionen die Modellbezeichnung ID. Offenbar hatte man Angst, einem Kombi den noblen Namen einer DS zu verleihen. Die erwies sich jedoch als völlig unbegründet, denn die Break und Familiale waren die ersten europäischen Nachkriegskombiwagen, die in Sachen Komfort und Leistung mit dem Niveau einer Limousine der Oberklasse zu vergleichen waren. Die große Akzeptanz dieses Konzepts löste einen regelrechten Boom von edlen Kombimodellen aus, dem nach und nach alle Hersteller folgten! 1972 faste man schließlich den Mut die entsprechend ausgestatteten Modelle auch als DS Break bzw. DS Familiale zu verkaufen. Ein besonders pfiffiges Detail ist die horizontal geteilte Heckklappe, deren Teile sich separat öffnen lassen. So kann man zum Beispiel die untere Klappe offen lassen um überlange Gegenstände zu transportieren. Damit auch bei geöffneter Klappe ein Nummernschild sichtbar wird, ließ sich Citroën sogar eine allgemeine Betriebserlaubnis zur Verwendung von zwei Hecknummernschildern erteilen. Durch die hydropneumatische Federung, der Hochdruckbremse und der Servolenkung war es der erste Kombiwagen, der sich trotz einer erlaubten Zuladung von sagenhaften 690 Kg(!) spielend leicht, sicher und komfortable bewegen ließ. Der praktische Nutzwert eines ID oder DS Kombi kann selbst in der heutigen Zeit als beispielhaft bezeichnet werden und einen stilvolleren und sympathischeren Kombi werden Sie kaum finden.

    Dieser Familiale wurde am 18.05.1972 in Corrèze, südwestlich von Clermont-Ferrand, erstmals zugelassen. Bis 2015 blieb das Fahrzeug in Erstbesitz und wurde dann von einem sehr hohen Chef der französischen Polizei gekauft. Dieser hatte den Wagen von einem pensionierten Citroën Mechaniker bei Beauvais komplett zerlegen und neu aufbauen lassen. Nach Aussage des Zweitbesitzers musste, bis auf eine Stelle unterhalb des linken hinten Seitenfensters, nichts geschweißt werden. Der Motor des erst 157.299 Kilometer gefahrenen Autos wurde geöffnet, für gut befunden und wieder geschlossen bzw. neu abgedichtet. Auf Grund der wenigen Kilometer muss das Auto lange Standzeiten erlebt haben und das Getriebe ließ sich daher nur schwergängig schalten. Es wurde im Rahmen des Neuaufbaus durch ein Getriebe mit einer Laufleistung von nur 25.000 Kilometern ersetzt. Beim Wiederaufbau wurden sämtliche Teile der Technik überholt oder erneuert. So wurde zum Beispiel die Servolenkung, die Scheibenbremsen und der Vergaser durch Neuteile ersetzt. Der Tank wurde gereinigt und von innen neu versiegelt. Die Sitze wurden neu gepolstert und mit originalgetreuem Kunstleder neu bezogen. Der gesamte Zustand des Autos muss als sehr gut bezeichnet werden. Der letzte Besitzer, also der frühere Polizeichef musste etwas schmunzeln als er erfuhr, dass das Auto nach Berlin kommt, denn er hatte 1967/68 als französischer Soldat in Berlin gedient und hat diese Zeit als sehr gute Zeit in Erinnerung. Wenn man berücksichtigt, dass die meisten Kombimodelle als „Arbeitstiere“ völlig „runter geritten“ wurden und dass ein Familiale sehr selten angeboten wird, sehen wir es als einen Glücksfall, so ein Auto in so einem Zustand und mit einer nachvollziehbaren Historie anbieten zu können. Ein Oldtimer mit hohem praktischem Nutzwert, gutem Raumangebot und einem exzellenten Federungskomfort – ganz zu schweigen von dem stilvollen Auftritt, den Ihnen dieses in beige albatros lackierte Auto garantiert.

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