La Fille du Vent

M

Panhard CD GT (Hampe Niveau 3)

  • Baujahr: 1964
  • 2 Zylinder
  • 997 ccm
  • 70 PS
  • ca. 200 km/h

164.000 



    Panhard, oder französisch ausgesprochen „Poaar“, vormals Panhard et Levassor, war wahrscheinlich die innovativste Automarke überhaupt. Bereits 1890 begann man mit der Fertigung von Automobilen und überraschte stets mit neuen eigenen Ideen. Man baute 1891 das erste Auto mit Frontmotor, präsentierte 1926 den bis heute schnellsten Wagen mit ventillosen Viertaktschiebermotor, präsentierte 1934 das Modell Panoramique mit gebogenem Glas, 1936 das Modell Dynamique mit 6-Zylinderschiebermotor, selbsttragender Ganzstahlkarosserie, Mittellenkung, aerodynamischer Form mit voll verkleideten Radhäusern, sowie serienmäßigen Blinkern hinten. Ab 1946 konzentrierte man sich auf sparsame 2-Zylinderhochleistungsmotoren mit Ventilschließung über Drehstäbe. Man baute ab 1954 das erste Großserienauto mit selbsttragender Aluminiumkarosserie und stellte 1962 mit dem Modell CD einen Sportwagen ungeahnter Effizienz vor. Die Firma war so innovativ, dass selbst Citroën, an sich ja schon für seine Innovationsfreude bekannt, scharf auf das Know-how von Panhard war und die Firma 1965 aufkaufte. Viele Technologien von Panhard wanderten dann in Modelle von Citroën und die Marke Panhard wurde 1967 aufgegeben.

    Charles Deutsch und René Bonnet waren zwei Konstrukteure die Sport- und Rennwagen auf Panhard-Basis entwickelten und diese unter ihrer eigenen Marke D.B. für Deutsch-Bonnet verkauften. D.B. war so erfolgreich, dass man 1954 mit 750 ccm kleinen aufgeladenen Zweizylindermotoren gegen Rennwagen von Mercedes mit Dreiliter-Sechszylindermotoren und Ferrari mit 2,5 Liter Zwölfzylindermotoren antrat. Charles Deutsch und René Bonnet waren rund 25 Jahre ein unschlagbares Team. 1961 kam es zum Zerwürfnis zwischen Charles Deutsch und René Bonnet. René Bonnet setzte auf das Mittelmotorkonzept und Renault-Gordini-Motoren und führte die Firma D.B. unter der Bezeichnung René Bonnet weiter. Charles Deutsch blieb Panhard treu und entwickelte die Panhard CD Modelle. Am 27.05.1962 kam es am Nürburgring zum ersten Duell eines Panhard CD und einem René Bonnet Djet. Der CD lag vorne, scheiterte dann aber an einer Öllache. Am 24.06.1962 konnte der Panhard CD dann den René Bonnet Djet schlagen und fuhr als erster über die Ziellinie. Die Firma René Bonnet wurde schließlich 1964 von Matra übernommen und die wahrscheinlich prominenteste Person, die einen Djet fuhr war der sowjetische Kosmonaut Juri Gargarin.

    Am 13.02.1962 stellte Panhard auf dem Pariser Autosalon den Rennsportwagen CD Dyna vor, der mit seinem Zweizylindermotor mit 701 ccm und „nur“ 60 PS auf der Hunaudières Geraden der Le Mans Rennstrecke mit 204,8 km/h gemessen wurde. Das Auto mit einem cw-Wert von 0,17 galt als Effizienzwunder und in der Klasse bis 850 ccm als unschlagbar. Fast alles an dem Auto war anders als bei anderen – tous le différent des autres. Um Gewicht zu sparen ist der Motor als mittragendes Teil des Rahmens ausgelegt, die Felgen bestehen nur aus Kränzen, die direkt außen an den Bremsen montiert werden, die Karosserieaußenhaut besteht aus GFK, das Dach hat in der Mitte eine „negative Bügelfalte“ um die Bauhöhe möglichst niedrig zu halten, das Heck ist besonders lang um den Luftwiderstand zu klein wie möglich zu halten, die Hinterräder sind verkleidet, die Zweizylinder-Panhard-Motoren wurden von Hampe in Paris unter anderem mit Doppelzündung, zwei Doppelvergasern und geänderter Ventilsteuerung versehen. Bei konstant 70 km/h wurde ein Verbrauch von 3,7 L/100km und bei konstant 100 km/h ein Verbrauch von 4,3 L/100Km gemessen. Nach sechs Prototypen mit den Fahrgestellnummern 101 bis 105 begann mit der Nummer 106 die Serienfertigung. Von den 179 Serienautos wurden 122 als GT-Modell (Höchstgeschwindigkeit 165 km/h) und 57 als Rally-Modell (Höchstgeschwindigkeit 180 km/h) verkauft. Nach der Seriennummer 284 war schon wieder Schluss denn Panhard war in extremen finanziellen Engpässen und wurde von Citroën übernommen.

    Diesen Panhard CD haben wir von einem Kunden aus der Schweiz. Dieser Wagen mit der Fahrgestellnummer 114 ist das neunte Serienfahrzeug von 179. Es wurde am 27.05.1964 direkt von Panhard an den Rennmotorenbauer Hampe in Paris ausgeliefert. Ein CD GT kostete 1963 15.500 Francs und das Tuningpaket III vom Hampe zusätzliche 6.500 Francs. Unser Fahrzeug kostete also seinerzeit 22.000 Francs. Zum Vergleich eine Peugeot 404 Limousine, ein Auto was in Konkurrenz zum Mercedes 190 stand, kostet zu dieser Zeit 10.550 Francs. Das Tuningpaket III von Hampe umfasst u.a. eine Hubraumerhöhung auf 997 ccm, zwei Doppelvergaser, andere Steuerzeiten, eine spezielle Ölpumpe und ein länger übersetztes Getriebe. Die Motorleistung stieg auf 70 PS und mit einem cw-Wert von 0,22 ließ sich das Coupé auf über 200 km/h beschleunigen. Unser Fahrzeug ist in verschiedenen Büchern über Panhard beschrieben und seine Historie ist weitgehend bekannt. 1985 stand das Auto sogar auf der Bühne in der deutschen Fernsehshow „Einer wird gewinnen“ von Hans-Joachim Kulenkampff. Das Auto wurde von 1979 bis 1983 restauriert und fortan nur von echten Liebhabern bewegt und gepflegt. Das Auto verfügt über einen FIVA-Pass vom 18.03.2016 und es war vom 08. bis 10.07.2016 Teilnehmer der Le Mans Classic Rally. Der Zustand des Fahrzeuges ist mit mindestens mit 2+ zu bewerten. Zum Fahrzeug gehört ein dicker „Leitz Ordner“ mit allen erdenklichen Informationen zu diesem Auto, inklusive sämtlicher Einstellwerte. Der Klang des Motors ist phänomenal und unsere Testfahrten mit dem nur 580 Kg wiegenden Geschoss hatten Suchtpotential. Unser Preis beinhaltet die 7 % Zoll die beim Verkauf aus der Schweiz in die EU fällig werden. Unser Preis versteht sich inklusive einer deutschen Hauptuntersuchung und einem H-Gutachten. Ein Buch von Claudio Sassi über den Panhard CD trägt den Titel „La Fille du Vent“ – das Windmädchen.

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