Or de Simiane

M

Citroën SM Injection Électronique

  • Baujahr: 1972
  • V6 Zylinder
  • 2.670 ccm
  • 178 PS
  • 228 km/h

105.000 

Man war von Citroën ja so einiges gewöhnt und als 1970 auf dem Pariser Salon das Modell SM vorgestellt wurde, schien die automobile Welt einmal mehr von der französischen Marke mit dem Doppelwinkel gründlich durcheinander gewirbelt zu werden. In Deutschland titelte das Motorjournal Auto Motor und Sport über den Testbericht des Citroën SM gar mit der Schlagzeile „Frankreichs Wunderauto“! Entstanden war ein ebenso futuristischer wie eleganter Supersportwagen, mit exquisiten Fahrleistungen und Fahreigenschaften und darüber hinaus mit höchst komfortablen Federungseigenschaften, wie man sie von einem Sportwagen noch nie erlebt hatte. Einen SM zu fahren war und ist ein besonderes Erlebnis, vor allem wenn man weiß wie grobschlächtig Sportwagen 1970 allgemein waren. Möglich wurde dies durch eine geballte Ansammlung von Technik, wie es sie so ohne den Einsatz von Rechnern und Software, nie wieder geben sollte. Hydropneumatische Federung und Dämpfung, Hochdruckservobremse, erste geschwindigkeitsabhängige Servolenkung überhaupt, extrem direkt übersetzte Lenkung (1,75 Umdrehungen von Anschlag zu Anschlag), die sich über die hydraulische Steuerung immer wieder von selbst in die Nulllage bringt (auch im Stand), hydraulisches Kurvenlicht, pneumatische Leuchtweitenregulierung, Maserati-Motor gepaart mit Frontantrieb und Fünfganggetriebe mit offener Kulissenschaltung, serienmäßiger Klimaanlage, elektrische Fensterheber, axial und koaxial einstellbare Lenksäule – es sollte Jahrzehnte dauern bis soviel Technik je wieder in einem Serienfahrzeug eingebaut wurde. Nicht zu vergessen die aerodynamisch ausgefeilte Karosserie, bei der sogar das vordere Kennzeichen hinter Glas liegt und die Zugänglichkeit des Kofferraums über eine große Heckklappe. Ob man das mag oder nicht ist Geschmackssache, aber sehen Sie sich andere Sportcoupés aus der Zeit an – alle sehen heute alt aus, nur der SM wirkt immer noch futuristisch. Diese einmalige Konzentration von Know-how war gewissermaßen ein Kind des Michelin-Konzerns, in den damals sowohl Citroën als auch Maserati, eingebunden waren.

Dieser SM erhielt am 15.12.1972 die amtliche Zulassung für Italien und wurde am 18.01.1973 in San Salvatore di Fitalia, bei Messina auf Sizilien, erstmals zugelassen. In den ersten italienischen Papieren finden sich die Steuernachweise von 1973 bis 1982. Ab 1982 wurde der Wagen offensichtlich nicht mehr jedes Jahr die Steuer verrichtet, das Auto also nicht mehr jedes Jahr gefahren. Steuernachweise gibt es dann wieder von 1985, 1996, 2002, 2008, 2010, 2013, 2014 und 2016. Bis zu diesem Zeitpunkt befand sich das Fahrzeug im Erstbesitz! Als der Erstbesitzer (geboren am 09.11.1930) verstarb, brachten die Erben das völlig original erhaltene Auto an einen Oldtimerhändler in Rom. Völlig original erhalten heißt in diesem Fall, dass das Auto noch über die ersten Werksreifen an der Hinterachse verfügte und dass selbst die Klarsichtfolie, die ab Werk den Teppich bis zur Auslieferung an den Erstkunden schützt, nie ganz entfernt wurde. Das Auto wurde dann von einem Autohaus in Paris, das sich auf besonders original erhaltene SM-Modelle spezialisiert hat, entdeckt und nach Frankreich ausgeführt. Dies alles lässt sich in den italienischen Papieren nachlesen. Der Inhaber des Autohauses in Paris wollte den sensationell erhaltenen SM eigentlich nie verkaufen. Er ließ ihn für sich selbst behutsam teilrestaurieren. Nach der Zerlegung des Fahrzeuges zeigte sich, dass das Blech der Karosserie völlig gesund war. Die Bohrlöcher für die italienischen vorderen Seitenblinker wurden zugeschweißt und die Aufnahmen und die Beleuchtung des hinteren Kennzeichens auf französischen Standard rückgebaut. Die Außenhaut der Karosserie wurde anschließend wieder im originalen Farbton or de simiane lackiert. Da nur die Außenhaut neu lackiert wurde, präsentieren sich Türausschnitte, Heckklappenausschnitt und der Motorraum noch im originalen Werkslack und man kann daher noch die originalen Schweißpunkte erkennen. Auch der Unterboden verfügt noch über die originale werksseitige Konservierung! Die gesamte Innenausstattung mit Velourssitzen in or claire ist original erhalten. Der Motor wurde 2017 im Atelier Amédée bei Perpignan nahe der Grenze zu Spanien, dem französischen Spezialisten für SM-Motoren, komplett zerlegt und revidiert. Kolben und Zylinderlaufbuchsen zeigten sich in einwandfreiem Zustand und wurden nach einer gründlichen Reinigung wieder eingebaut. Erneuert wurden u.a. die Kolbenringe, die Lagerschalen der Kurbelwelle, alle Ventile, die Steuerketten, Kettenspanner, Ölpumpe und Ölpumpenantriebswelle. Dabei wurden verbesserte Auslassventile, verbesserte Steuerketten, ein besserer Kettenspanner und eine leistungsfähigere Ölpumpe verwendet. Seit der Motorrevision wurde der Motor gut 1.500 Km eingefahren und erhielt anschließend eine Einfahrinspektion mit Überprüfung aller Funktionen und natürlich einen Ölwechsel. Auch die gesamte Technik des Fahrwerks und der Bremsen wurde überholt, ein rostfreier Edelstahlauspuff angebaut und die Klimaanlage modernisiert. Da der Erstbesitzer leider nicht mehr lebt und nicht alle Unterlagen gefunden wurden, gibt es keinen Nachweis für die gesamte Laufleistung von 54.836 Kilometern. Aber braucht sich nur die Innenausstattung ansehen und vor allem die immer noch montierten ersten hinten Reifen sprechen für sich. Auch wir haben diese alten Reifen absichtlich nicht erneuert, denn so was ist ein einmaliges Zeugnis der Originalität. Unser Preis versteht sich jedoch inklusive neuer Reifen, sowie mit einer neuen Hauptuntersuchung und einem H-Gutachten. Das Auto wurde übrigens, nachdem es Italien verlassen hat, nicht mehr angemeldet und daher haben die ersten italienischen Papiere immer noch Gültigkeit. Wenn wir das Auto ggf. auf Sie zulassen, bekommt es natürlich frische Papiere auf Ihren Namen. Ihr Name wäre dann die zweite amtliche Besitzeintragung für diesen SM!

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