Toujours une Bonne Idée

M

Citroën ID 19 Confort

  • Baujahr: 1963
  • 4 Zylinder
  • 1.898 ccm
  • 66 PS
  • 143 km/h

34.400 

Die ID- und DS-Modelle von Citroën kennt fast jeder, denn ihr Design ist einfach außergewöhnlich und großartig. Manch einer kennt nicht die offiziellen Verkaufsbezeichnungen, wohl aber einen der vielen Kosenamen, wie zum Beispiel Göttin, Pallas, Maikäferauto, Fantomasauto, Gangstercitroën, oder was sonst noch für Bezeichnungen für diese Modelle kursieren. Es gibt wohl kaum ein Auto, für das es so viele Bezeichnungen gibt und allein diese Tatsache macht deutlich, wie bekannt und außergewöhnlich diese Wagen sind. Als die DS (Déesse französisch für Göttin) auf dem Pariser Autosalon 1955 vorgestellt wurde, konnte man nach der Ausstellung über 80.000 unterschriebene Kaufverträge vorweisen! In knapp zwanzig Jahren Bauzeit konnten 1.455.746 Exemplare dieses Modells verkauft werden. Mit ihrem ungewöhnlichen Design, ihrer hydropneumatischen Federung, der Hochdruckbremse, der Servolenkung, dem halbautomatischen Getriebe und vielen anderen Details war die DS wahrscheinlich die große Sensation im Automobilbau überhaupt. 1957 hatte man die Idee eine einfachere und günstigere Variante anzubieten und stellte dieses Modell als ID, die es in drei Ausstattungsvarianten gab, vor. Diese Ausstattungsstufen hießen Normale, Luxe und Confort. Die einfache ID Normale geriet so spartanisch, dass sie, obwohl 10% günstiger als eine ID Luxe, nur 390 Mal verkauft wurde und davon heute nur noch drei Stück bekannt sind! Eine ID Normale hat hinten fest stehende Seitenscheiben, vorne eine Sitzbank anstelle von Einzelsitzen, keine Heizung, keine Armlehnen vorne, Türpappen die ihrem Namen alle Ehre machen und wurde mit dem „alten“ Motor des Traction Avant 11 CV mit 62 PS ausgestattet. Äußerlich fehlt sämtlicher Chrom und sonstige Zierelemente. Eine ID Confort verfügt jedoch bereits über all das, was das Auto auch heute noch alltagstauglich macht. Also ordentliche Sitze, vernünftige Innenverkleidungen, Heizung, vier Kurbelfenster, diverse Zierelemente und last but not least über einen echten DS-Motor, allerdings mit nur 66 PS Leistung. Heute fällt es oft schwer eine DS von einer ID zu unterscheiden, denn die Autos gleichen sich doch sehr und vor allem gibt es viele Fahrzeuge an denen so viel „herumgeschraubt“ wurde, dass es selbst Fachleuten schwer fällt die Varianten auseinander zu halten. Grundsätzlich ist eine DS eher edel und konservativ und eine ID eher poppig und progressiv gestaltet. Die oft kräftigen Farben des Lacks und der Innenausstattungen unterstreichen das Design zusätzlich. Gute originale, oder originalgetreu restaurierte ID-Modelle sind sehr selten und unter Kennern höchst begehrt.

Diese ID 19 Confort wurde im März 1963 erstmals zugelassen. Es handelt sich um eins der letzten Fahrzeuge mit einer Heckscheibe aus Plexiglas, denn kurz danach wurden Scheiben aus Silikat-Glas eingebaut. Die Herstellungsprozess der stark gebogenen Scheibe aus „echtem“ Glas musste erst entwickelt werden. Das Auto hat ein Berliner Fan früher D-Modelle in Aix-en-Provence entdeckt, am 02.03.2022 spontan gekauft und auf eigenen Achsen nach Berlin überführt. Bis 2009 war die ID in zweiter Hand, kommt also jetzt aus dritter Hand. Der Kilometerstand betrug am 02.03.2022 erst 99.911, der fünfstellige Kilometerzähler ist also auf der Fahrt nach Berlin wieder auf Null gesprungen und hat von Neuem zu zählen begonnen. Aktuell zeigt das Tachometer 1.627, also 101.627 Kilometer an. Das Besondere an dem Auto ist der unglaubliche Originalitätszustand. Zwar wurde die Karosserie äußerlich vor ein paar Jahren nachlackiert, denn der alte rote Lack hatte einfach keinen Glanz mehr, aber die Blechstruktur und die Innenausstattung sind völlig original erhalten. Armaturenbrett und Türverkleidungen sehen restauriert aus, sind aber in fantastischem Originalzustand. In den letzten 13 Jahren wurden rund 10.000 Km mit dem Auto gefahren und stets alles fachgerecht instandgehalten. Der Motor wurde vor ein paar Jahren revidiert und dabei eine elektronische Zündung eingebaut. Auspuff und die klassischen Michelin X-Reifen wurden erst 2019 erneuert. Als ‘63er Fahrzeug arbeitet das Hydrauliksystem noch mit dem bis 1967 verwendeten roten LHS-Hydrauliköl. Da dieses Öl aus umwelttechnischen Gründen nicht mehr hergestellt werden darf, ist es inzwischen kaum noch möglich irgendwo LHS zu bekommen. Wir haben zwar noch rund 25 Liter in unserem Bestand und dürften damit zu den ganz wenigen Werkstätten gehören die überhaupt noch LHS haben, aber dieser Citroën wurde bereits mit einem vom Werk freigegebenem Ersatzöl ausgestattet. Eine Änderung gegenüber dem Original, die aber für den heutigen Einsatz unerlässlich ist. Etwas ganz Besonders ist die Anhängerkupplung des Autos, denn sie verfügt über einen Anschluss für einen Anhänger mit hydraulischen Bremsen! Das ist eine extreme Rarität, denn PKW-Anhänger haben üblicherweise mechanische Auflaufbremsen. Nach unserem Wissen gab es seiner Zeit nur Wohnanhänger von Notin und Westfalia, die speziell für die Citroën Modelle mit Hydropneumatik als Zugfahrzeug konzipiert wurden. Selbstverständlich können wir die Anhängerkupplung auf Wunsch abbauen, aber vielleicht haben Sie ja einen Notin Wohnwagen und suchen das passende Zugfahrzeug. Unser Preis für diese unglaublich originale erhaltene ID versteht sich inklusive einer Aufarbeitung von uns und natürlich einer neuen Hauptuntersuchung und einem H-Gutachten. Seit 59 Jahren ist dieses Auto stets eine gute Idee – Toujours une bonne Idée.

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