Traction des Alpes

M

Citroën 11 BN

  • Baujahr: 1954
  • 4 Zylinder 
  • 1.911 ccm
  • 56 PS
  • 115 km/h

17.500 

Versuche Autos mit Frontantrieb zu bauen gab es bereits vor dem 1. Weltkrieg. Nur hatte die Umsetzung in großer Stückzahl nie geklappt, denn Vorderräder geben ja nun mal die Fahrtrichtung vor und sie neben der Lenkung auch noch mit dem Antrieb zu versehen, konnte lange Zeit nicht zuverlässig gelöst werden. Hans Gustav Röhr ging 1931, nach dem Konkurs seiner Röhr Fahrzeugwerke in Darmstadt, zu Adler nach Frankfurt am Main. Hier verbesserte er den Frontantrieb derart, dass Adler 1932 das neue Modell Trumpf mit Frontantrieb ausstattete. Von dem neuen Adler-Wagen inspiriert bekommt Röhr daraufhin Besuch von Gustave Baehr aus Frankreich und nun geht die Nachricht rum wie ein Lauffeuer. Gustave Baehr berichtet Lucien Rosengart, selbst Hersteller von Automobilen in Paris, vom wie er ihn nennt „Röhr-Wagen“. Zur Demonstration für Lucien Rosengart malt man eine Linie auf den Boden und Lucien Rosengart soll nun zuerst eine Schubkarre möglichst gerade über diese Linie schieben und danach dieselbe Schubkarre über diese Linie hinter sich herziehen. Das Experiment ist so verblüffend, dass Rosengart sofort überzeugt ist und die französischen Vertriebsrechte für den Adler-Wagen kauft. Jedoch fehlt ihm das Geld für die Entwicklung des Autos und so berichtet er seinem Freund André Citroën von dem Projekt. Mit einem Prototyp fährt man bei heftigem Regenwetter durch die aufgeweichten schlammigen Wege des Pariser Park Bois de Bologne. André Citroën ist begeistert und integriert den Frontantrieb in das Konzept für ein revolutionäres neues Auto, welches 1934 als 7 CV und 11 CV, bzw. besser bekannt als Traction Avant (Frontantrieb) auf den Markt kommt. Der Traction Avant bietet außer dem Frontantrieb noch viel mehr Innovationen, wie z.B. eine selbsttragende Ganzstahlkarosserie, hydraulische Bremsen, ein synchronisiertes Getriebe und ein Fahrwerk, welches ein sensationelles Fahrverhalten bietet. Außerdem verfügt die recht niedrige Limousine über einen sehr tiefen Schwerpunkt und verzichtet auf die üblichen Trittbretter. Die Entwicklungskosten des Traction Avant zwingen André Citroën jedoch dazu seine Firma 1935 an Michelin zu verkaufen, was ihm das Herz bricht. Er stirbt am 03.07.1935 und kann daher den unglaublichen Erfolg des Traction Avant, von dem bis 1957 758.858 Stück gebaut werden, nicht mehr miterleben.

Diesen Traction 11 BN hat ein Kunde auf eigenen Achsen von südlich des Bodensees zu uns nach Berlin gefahren. Zwar hat sich der Besitzer dafür drei Tage Zeit genommen und ist vor allem über Landstraßen gefahren, aber so hätte man das 1954 wohl auch gemacht. Unser Kunde hatte das Auto 2001 vom Zweitbesitzer, einem Lehrer aus Zürich, gekauft. Somit müsste unser Kunde erst der dritte Besitzer des Fahrzeuges sein. 2002 wurde der Dachhimmel (nicht ganz fachgerecht, aber völlig ok) erneuert und ein neuer Teppich eingebaut. Auch die Sitze wurden neu bezogen, zwar nicht mit originalgetreuem Stoff, sondern in einem sehr schönen hochwertigeren Material, mit Seitenwangen aus cognacfarbenem Leder. Bei den Arbeiten an der Innenausstattung fand man einen kleinen Kartonzettel von der Endkontrolle bei Citroën vom 29.05.1954. Ende 2005 wurde der Motor u. a. mit neuen Zylinderlaufbuchsen und Kolben komplett überholt. Bei der Gelegenheit wurden auch die Ventile erneuert und gehärtete Ventilsitzringe für den Betrieb von bleifreiem Kraftstoff eingepresst. Erst im September 2021 wurden Anlasser, Kühler und Wasserpumpe erneuert. In den 21 Jahren, in denen unser Kunde das Auto in den Alpen gefahren hat, ist er niemals damit liegen geblieben. Die Türunterkanten zeigen beginnende Korrosion, der Kotflügel hinten rechts hat einen ausgebesserten Kratzer und der Lack an der Frontpartie weist einige Steinschläge auf. Das lässt sich alles machen, kann aber durchaus auch noch länger hinausgezögert werden. Alles in Allem handelt sich um ein gut gepflegtes und gut gewartetes, alpenbewährtes Gebrauchsfahrzeug mit sehr gutem Unterboden. Unser Preis versteht sich inklusive der Beseitigung gefundener technischer Mängel, einer neuen Hauptuntersuchung, einem H-Gutachten und ggf. der Verzollung in die EU. Eine Auflistung der gefundenen technischen Mängel, die wir gefunden haben und beseitigen würden, können wir Ihnen gerne zukommen lassen. Ein Alpen- und Langstreckenbewährter Traction – Traction des Alpes.

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