Chambre d’Ambre

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Simca 1100 ES

  • Baujahr: 1976
  • 4 Zylinder
  • 1.118 ccm
  • 58 PS
  • 135 km/h

12.600 

Simca bzw. Société Industrielle de Mécanique et Carosserie Automobile war eine französische Autofirma, die zunächst ab 1934 Fiat Modelle in Lizenz fertigte. Nach dem Zweiten Weltkrieg stellte man die Produktion Zug um Zug auf eigene, selbst konstruierte, Fahrzeuge um. Nachdem sich Ford 1954 entschieden hatte, sich von seinem französischen Werk in Poissy zu trennen, übernahm Simca die Fabrik und machte daraus bis 1957 die modernste Autofabrik Europas. Simca stieg damit nach Citroën und Renault zum drittgrößten Autoproduzenten Frankreichs auf. 1959 kaufte Simca den in Not geratenen Hersteller Talbot-Lago und ein Jahr zuvor kaute sich der amerikanische Chrysler Konzern mit 15% bei Simca ein. Chrysler erhöhte seinen Anteil bei Simca solange, bis man 1971 über 100% Stimmanteile verfügte. 1978 übernahm dann Peugeot das Ruder, nannte alle Simca Modelle Talbot und ließ deren Produktion 1986 auslaufen. 1967 brachte man das extrem innovative Modell 1100 mit Frontantrieb, quer eingebauten Motor, Heckklappe und umklappbarem Rücksitz heraus. Das für die Zeit geniale Auto nahm das Konzept des ersten VW Golf vorweg, sieben Jahre vor dem Golf – voilà c’est ça – so macht man das. Der Simca 1100 wurde als Schräghecklimousine und Kombi bis 1981, und als Kastenlieferwagen bis 1985 gebaut. Obwohl dieses Modell über 2 Millionen Mal hergestellt wurde und auch in Deutschland ein großer Erfolg war, sind dem Deutschen Simca Club nur noch 21 Exemplare in unserem Land bekannt. So gesehen ist so ein Auto heute eine weit größere Rarität als ein Mercedes Flügeltürer. Ein wahres automobiles Kulturgut,

Diesen Simca 1100 ES haben wir von einem Kunden, der sich 2015 auf der Retro Classic in Stuttgart einen gut erhaltenen, sehr frühen Citroën CX gekauft hatte. Diesen CX gab es jedoch nur im Doppelpack mit dem Simca 1100. So kam dieser Citroën-Liebhaber unversehens an den Simca und seitdem hat er mit dem Auto nur ab und zu bei schönem Wetter ein paar Runden mit seinen Wechselkennzeichen gedreht. Jetzt, wo er sich einen weiteren Oldtimer zugelegt hat, hat er uns beauftragt den Simca für ihn zu verkaufen. Das Auto wurde am 10.06.1976 in Mailand erstmals auf eine Frau zugelassen, der originale Kaufvertrag von 1976 ist noch vorhanden. 1985 zog die Frau um, aber der Wagen blieb bis 2014 in Ihrer Hand. 2014 übernahm das Auto dann ein Oldtimerhändler in Mailand und 2015 wurde es schließlich auf der Retro Classic in Stuttgart angeboten. Unser Kunde hatte alle Standschäden beseitigt und dem Auto eine neue Kupplung spendiert.  Gefahren hat er das Auto nur ab und zu mit seinen Wechselkennzeichen und daher gibt es immer noch die italienischen Papiere. Anhand dieser Papiere zeigt sich, dass das Fahrzeug erst 50.168 Kilometer gefahren wurde. Unser Preis versteht sich inklusive einer Nachlackierung der beiden rechten Türen unterhalb der Zierleiste, denn dort gibt es ein paar unschöne Kratzer. Außerdem natürlich inklusive einer großen Inspektion, einem Ölwechsel, einer neuen Hauptuntersuchung und einem H-Gutachten. Das Fahrzeug befindet sich weitgehendst im Originalzustand und die Innenausstattung wirkt fast wie bei einem Jahreswagen. Der Innenraum mit den dick gepolsterten Sesseln in orangerot und farblich abgestimmtem Lenkrad, Armaturenbrett und Türverkleidungen erinnert uns an das verschollene Bernsteinzimmer des Berliner Schlosses. Wir nennen den coolen Simca Chambre d’Ambre.

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Auf Wunsch können wir Ihnen für das erste Jahr nach Erwerb Ihres Oldtimers eine Reparaturversicherung anbieten. 
Details finden Sie hier.

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