4 Zylinder
1.493 ccm
44 PS
105 km/h
110.000 €
Das Volkswagenwerk in Wolfsburg gelangte nach dem Zweiten Weltkrieg unter die Kontrolle der britischen Militärregierung und wurde vorübergehend in Wolfsburg Motor Works umbenannt. Bereits im Spätsommer 1945 wurde die Produktion des Volkswagen, dessen Vorkriegsproduktion 1938 begonnen hatte, wieder aufgenommen. Der im Volksmund Käfer genannte Typ 1 von VW war bis 1950 das einzige Modell, welches in Wolfsburg von den Produktionslinien lief, und der spätere Erfolg des Käfers ist heute legendär.
Für interne Transportaufgaben im Werk baute man einige sogenannte Plattenwagen mit Sitz und Bedienelementen hinten über dem Motor und einer vorn liegenden offenen Pritsche. 1947 sah der spätere niederländische Generalimporteur Ben Pon diese Plattenwagen und schlug eine kommerzielle Variante vor. Die niederländischen Behörden genehmigten jedoch kein Fahrzeug, bei dem Fahrer oder Fahrerin hinter der Ladung sitzen. Bei einem Treffen mit Colonel Charles Radclyffe von der Trade and Industry Division der britischen Militärverwaltung fertigte Ben Pon eine Skizze von einem geschlossenen Transporter auf Basis des Käfers mit vor der Vorderachse liegendem Lenkrad. Diese später weltberühmt gewordene Skizze befindet sich heute im Rijksmuseum in Amsterdam. Der 1948 eingesetzte Generaldirektor Heinrich Nordhoff veranlasste auf Basis dieser Skizze die Entwicklung des VW Typ 2 oder des ersten Transporters T1. Vom 08.03.1950 bis zur Ablösung durch den T2 1967 wurden vom T1 in Wolfsburg und Hannover rund 1,8 Millionen Stück gebaut. In Brasilien endete die Produktion des T1 erst 1976.
Während der Käfer noch Seilzugbremsen hatte, verfügte der Transporter, aufgrund des höheren Gesamtgewichts, bereits über hydraulische Bremsen. Die ersten Versionen des T1 hatten einen 1,1-Litermotor mit 25 PS, der eine maximale Höchstgeschwindigkeit von 85 km/h ermöglichte. Offiziell lauteten die Verkaufsbezeichnungen sowohl für den geschlossenen Transporter, als auch für den Pritschenwagen, einfach nur VW Transporter und für das Auto mit Seitenfenstern und zusätzlichen Sitzreihen VW Bus. Ab 1951 gab es die sogenannte Sonderausführung Deluxe, welches im Volksmund später Samba-Bus bezeichnet wurde. Den „Samba“ zeichnen die Oberlichtfenster im Dach, ein großes Faltschiebedach, eine Zweifarbenlackierung, zusätzliche Zierleisten, das verchromte große VW-Emblem am Bug und eine aufwendigere und, für damalige Verhältnisse, luxuriösere Ausstattung, aus.
Ab 1963 gab es neben dem inzwischen auf 1,2-Liter vergrößerten Basismotor gegen Aufpreis den 1,5-Litermotor, der 42 PS entwickelte und das Auto auf maximal 105 km/h beschleunigte. Ab 1965 waren es dann 44 PS. Aber ganz egal, welche Motorisierung gewählt wurde, ein T1 war stets ein eher gemächliches Fahrzeug, mit dem man wegen des Heckmotors und der dadurch relativ leisen Geräuschkulisse auf den vorderen Sitzreihen, recht comod weite Strecken zurücklegen konnte. Diese Reduzierung auf das Wesentliche bescherte dem Auto einen regelrechten Boom in den USA, wo das Auto gewissermaßen die Rolle eines gesellschaftlichen Gegenstücks zu den riesigen, spritfressenden Straßenkreuzern darstellte. Der in den USA Bulli genannte VW‑Bus wurde gar zum Statussymbol der Hippie-Generation der 1960er Jahre während der Flower-Power-Zeit. Das Auto wird noch heute mit dem Mythos des Woodstock-Musikfestivals von 1969 in Bethel im Bundesstaat New York verbunden. Vom „Samba“ wurden bis 1967 zwischen 95.000 und 100.000 Exemplare (eine genaue Anzahl ist nicht bekannt) gebaut.
Dieser Samba-Bus wurde am 31.05.1965 in Pegnitz bei Nürnberg erstmals zugelassen – der erste Fahrzeugbrief ist noch vorhanden. Am 14.11.1967 wurde das Fahrzeug nach Schwabach verkauft und am 23.02.1970 spendierte der Zweitbesitzer dem Auto einen neuen 44‑PS-Austauschmotor von VW, der sogar in den alten Pappbrief eingetragen wurde. Am 11.08.1982 ließ der Zweitbesitzer das Fahrzeug stilllegen. 2014 wurde der Bus dann vom Drittbesitzer gekauft, der ihn von 2015 bis 2017 von Grund auf restaurieren ließ. Das Auto wurde komplett zerlegt und gänzlich neu aufgebaut. Die Karosserie wurde umfangreich instand gesetzt und vor der Lackierung KTL‑beschichtet. Es wurde ein revidierter 1,6-Litermotor mit 50 PS aus einem T2 eingebaut und die Vorderräder wurden mit Bremsscheiben ausgestattet. Zusätzlich wurden Tiefbettfelgen mit etwas breiteren Rädern angebaut und die Drehstäbe der Federung so eingestellt, dass das Fahrzeug eine Idee tiefer liegt. Das alles jedoch so dezent, dass es kaum auffällt, aber das Fahrverhalten verbessert. Außerdem ein elektronischer, kontaktloser Zündverteiler, ein Motorölthermometer und zwei Zweipunktstatik-Sicherheitsgurte vorn eingebaut. Besonderes Augenmerk wurde auf die Innenausstattung gelegt und die Sitze wurden mit neuem, speziellem Stoff bezogen, der das Design des originalen Kunstleders aufnimmt. Die Fenster wurden mit passenden Gardinen versehen, die man sogar an praktischen Halterungen zusammenraffen kann. Dazu gibt es im gleichen Design ein paar Schlummerrollen und auch ein zeitgenössisches Radio ist an Bord. Über die Restaurierung gibt es nicht nur eine Fotodokumentation, sondern auch 59 Minuten Videomaterial. Am 22.03.2017 wurde das Auto, 35 Jahre nachdem es stillgelegt worden war, wieder zugelassen. Seit dieser Wiederauferstehung wurden 4.721 Kilometer mit dem VW gefahren. Als sich der Besitzer nun entschloss, das Fahrzeug zu verkaufen, wurde ihm unsere Firma empfohlen und so holten wir den Samba mit unserem Transporter zu uns. Dieser Samba-Bus hat solch eine tolle Ausstrahlung, dass er schon auf dem Transporter auf der Autobahn für mächtig Aufsehen sorgte. Wenn man das Fahrzeug jetzt sieht, haben die meisten das spontane Bedürfnis, damit in den Urlaub fahren zu dürfen. Na, wie wär’s – schon Pläne für den Sommerurlaub 2027!?
Wir unterziehen jedes Fahrzeug einer systematischen Prüfung – von der Karosserie über den Motor bis zur Elektrik. Auf dieser Basis erstellen wir üblicherweise drei Angebotsvorschläge. Sie entscheiden, welches Angebot am besten zu Ihnen passt. Weil dieses Fahrzeug jedoch so gut ist, haben wir uns hier auf zwei Angebote beschränkt.
Standard – 110.000 €
Geprüftes und verkehrssicheres Fahrzeug mit H-Gutachten und bis April 2027 gültiger Hauptuntersuchung, sowie bereits mit Hohlraum- und Unterbodenkonservierung.
Suprême – 112.500 €
Zusätzlich mit neuer 6‑Volt-Batterie, großer Inspektion mit Ölwechsel, sowie neuer Hauptuntersuchung inkl. Änderung der Motorleistung auf 50 PS.
Die Details zu den drei Angebotsvorschlägen senden wir Ihnen gerne zu. Oder Sie rufen uns einfach an und wir erläutern Ihnen alles persönlich.
E-Fuels als alternativer Kraftstoff für den klimaschonenden Einsatz in Klassikern.
Lassen Sie sich informieren sobald neue Fahrzeuge bei uns eintreffen!
Liebe Kundinnen und Kunden,
am Dienstag, den 14. Januar 2025, befindet sich das Team des Ateliers Automobile ab 14 Uhr auf einem Betriebsausflug. Aus diesem Grund bleibt unsere Werkstatt nachmittags geschlossen.
Ab Mittwoch, den 15. Januar 2025, sind wir wie gewohnt wieder für Sie da. Vielen Dank für Ihr Verständnis!
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